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Sport im Wandel der Zeit

Bedeutung der Sportgeschichte
Lange Zeit war die Erforschung der Sportgeschichte eng mit der allgemeinen Geschichtsforschung verbunden, stellt doch das Verständnis von Sport und Spiel einen wichtigen Kulturaspekt einer bestimmten Epoche dar. Sportwissenschaftler wie Carl Diem (1882-1962) suchten in der Vergangenheit verstärkt nach Vorbildern für die Grundsätze der modernen Sportwissenschaft.

Auch in der Ausbildung von Sportlehrern spielte die allgemeine Sportgeschichte lange eine große Rolle, verlor jedoch an Bedeutung.

Sport in der Antike
Bereits in der Antike galt körperliche Ertüchtigung als sehr wichtig für die Gesundheit. Beispielsweise war in Rom in allen Schulen Sportunterricht Pflicht. Doch wurde der Sport oft als Vorbereitung auf den Militärdienst gesehen, weshalb einige Sportarten einen deutlichen militärischen Charakter hatten. Daneben war zur Zerstreuung aber auch das Ballspiel sehr beliebt. Weitere beliebte Sportarten waren beispielsweise Laufen, Springen, Ringen, Speerwerfen, Fechten und Reiten.

Die Sportarten im antiken Griechenland unterschieden sich nicht wesentlich von denen in Rom, allerdings hatten die Griechen eine wesentlich ausgeprägtere Wettkampfkultur. An festgelegten Austragungsorten fanden jeweils alle vier Jahre große Wettkämpfe statt, die unter dem Begriff „Panhellenische Spiele“ zusammengefasst wurden. Die bekanntesten sind die olympischen Spiele, die zu Ehren des Zeus bis weit in das vierte Jahrhundert n. Chr. in der heiligen Stadt Olympia abgehalten wurden. Es gab nur die Niederlage oder den ersten Platz, der Sieger genoss lebenslangen Ruhm. Frauen waren Teilnahme und Zuschauen jedoch verboten.

Anders als in der Neuzeit wurden Kriege für die Dauer der Spiele ausgesetzt und nicht umgekehrt.

Sport im Mittelalter
Auch im Mittelalter war der Sport meist Männern, vor allem aus dem Adel, vorbehalten und hatte stark militärische Züge. Die jungen Männer sollten für ihren späteren Dienst als Ritter geschult werden.

Die „Sportwettkämpfe“ des Mittelalters waren also die Ritterturniere. Dort gab es Einzel- und Gruppenkämpfe, oftmals zu Pferde. Wie in einer Schlacht konnte man reiche Beute machen und viele Preise gewinnen, aber neben Geld auch seine Ehre verlieren. Mit dem Niedergang des Ritterstandes verloren auch die Turniere an Bedeutung, bis Heute sind jedoch Schauturniere als Zeitvertreib beliebt.

Entwicklungen im 19. Jahrhundert
Eine besondere Entwicklung erfuhr der Sport im 19. Jahrhundert durch den „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852), der sich während seiner Tätigkeit als Lehrer der Turnerei widmete. Allerdings sah er darin nicht nur die reine Leibesertüchtigung. Er wollte die Jugend trainieren, um Deutschland von der französischen Herrschaft befreien zu können.

1896 fanden die ersten olympischen Spiele der Neuzeit in Athen statt. Seither wechselt der Austragungsort, der Abstand von 4 Jahren blieb jedoch.

Sport im Nationalsozialismus
Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde Sport abermals Plichtfach in den Schulen. Den Jungen übten sich in unterschiedlichen Disziplinen der Leibesertüchtigung und des Kampfsport, die Mädchen in Tanz und Gymnastik. Der Körper galt nicht als Besitz des Individuums, sondern als Eigentum der Gemeinschaft. Alle Sportverbände befanden sich unter dem Dach des „Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL)“ und so auch unter dem Dach der Partei.

Sportkultur heute
Heutzutage rückt der Sport immer mehr weg von der reinen Fitness. Im Profisportbereich werden zum Teil extreme Höchstleistungen erbracht, oft geht es auch um hohe Preisgelder. Auch sind Sportler beliebte Gesichter für Werbekampagnen. Viele haben ähnlich große Fangemeinden wie sonst nur Prominente aus Film und Fernsehen.

Entsprechend hoch sind aber auch die Erwartungen, denen viele Sportler mit Hilfe von Dopingmitteln gerecht zu werden versuchen. In der jüngeren Vergangenheit gerieten dadurch ganze Sportarten in Verruf.

Vielen Dank für die Bilder an PIXELIO (Albrecht-E.-Arnold | Gu?nter-Havlena | Peter-Kirchhoff | Rainer-Sturm)