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Geschichte Karate – der Weg der leeren Hand

Geschichte Karate – der Weg der leeren Hand published on

Die Landbevölkerung Okinawas, Japans südlichster Präfektur, entwickelte die Kampfkunst Karate zur Selbstverteidigung. Die waffenlose Technik vereint die chinesischen Einflüsse des Shaolin- Kampfstils mit den japanischen Kriegskünsten der Samurai.

Karate ist eine Verteidigungs- und niemals eine Angriffsstrategie. Der Name Karate erklärt sich dem Japanisch-Kundigen von selbst, Kara steht für leer, te für die Hand. In der weit verbreiteten Verbindung mit der Silbe do wird der philosophische Hintergrund des Kampfstils als Lebensweg beziehungsweise Lebenseinstellung unterstrichen, die Kämpfer gehen den Weg der leeren Hand.

Die Insel Okiwana war im 13. Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum, aber auf Grund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedeutung umliegender Inseln auch Schauplatz langanhaltender Aufstände und Unruhen. Diese versuchte König Sho Shin nach der Einigung der Inseln durch ein striktes Waffenverbot zu beenden. So beginnt die Geschichte des Karates.

Die waffenlose Kampfkunst war eine notwendige Alternative, um sich vor den willkürlichen Schwertproben der Samurai oder anderen Angriffen selbst zu schützen. Staatliche Rechtsschutzsysteme waren kaum vorhanden, somit war die Kunst der Selbstverteidigung oft überlebensnotwendig.

Da die Angreifer meist bewaffnet waren, galt die Maxime des überraschenden, raschen Ausweichens und schnellen, tödlichen Zuschlagens. Die ausgereiften Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken sorgten für eine tödliche Wirkung, sodass auch Okinawa-Te verboten und nur mehr vertraulich an ausgesuchte Personen weitergegeben wurde.

Es wurde bis zum 19. Jahrhundert ausschließlich von Meistern an bestimmte Schüler weitergegeben und vor Spionage durch chiffrierte Abläufe der Katas geschützt.

Ende des 19. Jahrhunderts, nach gesellschaftlichem und politischem Umbruch, wurde der besondere gesundheitliche Wert der Kampfsportart erkannt und 1902 sogar als Schulsport in Okinawa eingeführt.

Die weitere politische Entwicklung brachte diese Kunst erst in die USA und später nach Europa, wo in Deutschland die Geschichte des Karates mit der Gründung der erste Dachverband der Karateka 1961 beginnt.

Verschiedene Stilrichtungen entwickeln sich, das im ausgehenden 19. Jahrhundert von Funakoshi Gichin auf Okinawa begründete Shotokan Karate gehört gemeinsam mit dem Goju Ryu Karate und dem Wado Ryu Karate zu den beliebtesten Stilrichtungen. Weltweit üben geschätzt über vier Millionen Karateka diesen Stil aus.

Karate trainiert Geist, Charakter und innere Einstellung, der Könner dieser Kampfkunst denkt nicht ans Gewinnen, aber daran, wie er nicht verliert, denn die Kunst des Karates beginnt und endet mit Respekt, Yame!