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Frauenfußball: Von einer Randerscheinung zum Weltmeistertitel

Frauenfußball: Von einer Randerscheinung zum Weltmeistertitel published on

Der Frauenfußball hatte es geschichtlich gesehen nicht leicht. 1955 wurde das Fußballspielen von Frauen in DFB-Vereinen sogar verboten. Begründung? Der Sport sei nicht für Frauen gemacht, die Anmut würde verloren gehen. Da hatte sich der DFB vom WM-Sieg der Männer 1954 anscheinend nichts mehr von der weiblichen Garde erwartet. Es gab bis zur Aufhebung des Verbots 1970 immerhin mehrere inoffizielle Länderspiele. Bevor sich die immer größer werdende Schar an Fußballfrauen vom DFB abspaltete, also lieber das Verbot aufheben.

Von holprigen Anfängen zum großen Erfolg
Der DFB schaffte es aber bis 1982 nicht, eine deutsche Frauenfußball-Mannschaft aufzustellen. Die UEFA hatte dann bereits eine Europameisterschaft angekündigt. Es wurde im Eilverfahren eine Nationalelf zusammengestellt, und 1989 kam es dann endlich zum EM-Sieg im eigenen Land, dem bis dato größten Erfolg. Dennoch blieben die Zuschauerzahlen insgesamt immer sehr gering, bis zur WM-Titelverteidigung 2007. Dort blieb die Deutsche Elf gegentorlos – ein Umstand, den kein anderer WM-Sieger zuvor geschafft hatte, weder Frauen noch Männer.

Bei der WM wurde die Frauenmannschaft auch begeistert am Frankfurter Römer empfangen – obwohl auch zahlenmäßig immer noch längst nicht so stark wie die deutsche Herrenelf, die es allerdings seit 1990 nicht mehr geschafft hat, den WM-Titel zu erringen. Die Frauenmannschaft hat zum sechsten Mal hintereinander und zum achten Mal insgesamt den Europameistertitel erlangt und war immerhin zweimal Weltmeister – innerhalb einer bedeutend kürzeren Zeitspanne als die Männer.

Fußball-Boom unter Mädchen
Die erfolgreiche Nationalmannschaft der Frauen hat zu einem verstärkten Interesse des Fußballs für Mädchen geführt. Viele Vereine bieten mittlerweile für Mädchen ebenso wie für die Jungen Trainings und Wettkämpfe an, es haben sich längst mehrere Ligen gebildet. Jede Frauenmannschaft, und sei sie in einem noch so kleinen Dorf, hat auch immer den Anspruch, sich zu behaupten und die Mädchen im Umkreis zu fördern – noch viel stärker als es bei den Jungen der Fall ist, da es dort seit Jahrzehnten die bekannte Infrastruktur gibt. Der Fairvesta FFC, bei dem das Unternehmen Fairvesta als Hauptsponsor agiert, hat als ersten Satz in seinem Leitbild beispielsweise stehen, den Damenfußball in der Region zu fördern. So können immer mehr Mädchen dem Sport nachgehen, und das mit Sicherheit ohne ihre Anmut dabei zu verlieren.